7. Geotechnik Fachtagung 29. / 30. November 2018

Geotechnische Bemessung mit neuen Technologien: Numerische Berechnungsmethoden, Verifikation mit Handberechnungen, Monitoring

Die Praxis der Bemessung in der Geotechnik hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten teilweise stark verändert: wo früher vor allem empirische Ansätze unter stark idealisierten Annahmen angewendet wurden, ist es heutzutage möglich, sehr komplexe Analysen durchzuführen. Vor allem mit der Methode der nicht linearen finiten Elemente kann zumindest theoretisch eine genaue geotechnische Abbildung der Realität erreicht werden. Geotechnische Bauwerke wie kombinierte Pfahlplattengründungen, Stützkonstruktionen, Unterfangungen, Baugruben etc. können somit technisch und wirtschaftlich optimiert entworfen werden.

Die Anwendung dieser numerischen Methoden ist allerdings mit Risiken und Unsicherheiten verbunden:

  • Die in den Methoden zu Grunde liegenden Stoffgesetze mit ihren Anwendungsgrenzen und Auswirkungen auf Berechnungsresultate sind oft kaum bekannt.
  • Die Festlegung der erforderlichen geotechnischen Parameter ist schwierig: Welche Baugrundwerte sind für eine normgerechte Berechnung zu verwenden? Charakteristische Werte, Mittelwerte, eine Bandbreite von Werte, etc..
  • Wie wird das Versagen oder der Bruch bestimmt mit numerischen Berechnungen und verglichen, zum Beispiel für die Ermittlung der Einbindelänge eines Baugrubenabschlusses.
  •  Wie lässt sich die die Beobachtungsmethode in Kombination mit den neuen numerischen Berechnungsmethoden und einem zeitgemässen Monitoringssystem mit Sensoren und Faseroptik anwenden?

 

Ziel dieser Tagung ist es, die Fortschritte in der geotechnischen Bemessung aufzuzeigen, den Vergleich mit herkömmlichen Handberechnungsmethoden basierend auf Plastizitätstheorie wie auch den Link zu den Normen SIA 260-260 und EC7 herzustellen und insbesondere den korrekten Umgang, die Möglichkeiten und der Anwendungsgrenzen der neusten numerischen Rechenmethoden und Bemessungsverfahren zu demonstrieren. Aber auch ein Blick in die absehbare Zukunft der geotechnischen Bemessung wir aufgezeigt: Bemessung mit „Randomfields“. Diese verblüffend einfache, rasch verständliche numerische Methode wird anhand von Beispielen erklärt und der Bezug zu den aktuellsten Normen auch gezeigt. Die verschiedenen Methoden werden von Experten aus führenden Planungsbüros, Unternehmungen, Entwicklern und Bauherren anhand von Projektbeispielen erklärt.


Kontakt:

Institut für Bau und Umwelt
Fachstelle Geotechnik
Oberseestrasse 10
Postfach 1475
8640 Rapperswil

 

Prof. Dr. Carlo Rabaiotti
T +41 (0)55 222 4975
carlo.rabaiotti(at)hsr.ch